Die Vagina nach der Geburt

Scheide nach der Geburt enger

Scheide nach der Geburt enger
Sarah
Sarah
Hallo liebe Leserinnen und Leser, hier auf dem Foto seht ihr mich mit meiner kleinen Tochter. Als junge Mutter weiß ich um die Vorfreude, aber auch die vielen Fragen während der Schwangerschaft. Auf meinem Blog geht es daher um alles, was mit diesem Thema zu tun hat 🙂 Nun wünsche ich euch aber erstmal viel Spaß beim Lesen und Stöbern!

Heute geht es um ein Thema, über das alle werdenden Mütter nachdenken, aber kaum jemand spricht: Die Vagina nach der Geburt! Und obwohl es selten offen diskutiert wird, haben wir uns doch vor dem ersten Baby irgendwie alle gefragt: Wie ist das mit der Vagina? Geht sie kaputt? Wird sie quasi ausgeleiert? Oder kann die Scheide nach der Geburt enger werden?

Heute gibt’s Butter bei die Fische! Das ist die Wahrheit über die Vagina nach der Geburt!

Seien wir doch mal ehrlich: Wer fragt sich im Verlauf der Schwangerschaft nicht, ob der Sex später noch sein wird, wie vorher? Einige Frauen machen sich sogar Sorgen darum, dass der Intimbereich nicht mehr so aussehen könnte wie vorher und sie so an sexueller Attraktivität verlieren könnten. Oder: Was, wenn die Scheide geweitet bleibt und der Geschlechtsverkehr dem Partner keine Freude mehr bereitet?

Entwarnung! Die Rückbildung der Scheide ist ein ganz natürlicher Prozess. Mehr Sorgen solltest du dir um den Beckenboden machen, denn der hat einen nicht unerheblichen Anteil an der sexuellen Befriedigung beider Partner!

Zudem habe ich noch von keinem Mann gehört, der nach der Entbindung plötzlich unzufrieden mit der Vagina seiner Liebsten gewesen wäre!

Fühlt sich die Scheide später anders an?

Eine Zeit lang, ja! Immerhin ist da natürlich gerade ein Baby hindurch geglitten! Der Bereich ist noch gereizt und gedehnt, aber: Die Vagina ist dafür gemacht, Babys auf unsere Welt zu befördern. Und zum Glück kann sie das richtig gut! Daher bildet sie sich danach auch schnell wieder zurück und nimmt bald schon wieder ihre alte Form an. Dann fühlt sie sich normalerweise auch nicht mehr wirklich anders an, als vor der Geburt. Es braucht lediglich etwas Zeit. Später wird nur ein dich untersuchender Gynäkologe sagen können, ob du schon einmal ein Baby geboren hast. Aber das ist ja schließlich auch sein Job. Kein anderer Mann kann später anhand der Beschaffenheit deiner Scheide ausmachen, ob du Mama bist, oder nicht.

Bleibt die Vagina nach der Geburt gedehnt?

Nein! Im Wochenbett, während du dich erst einmal ausruhst und auch der Wochenfluss stattfindet, wirst du natürlich feststellen, dass der Bereich geweitet ist und auch gereizt. Aber schon wenige Wochen nach der Entbindung bildet sich deine Vagina zurück. Du kannst es dir vorstellen, wie bei einem Spagat: Dieser geht auch nur mit Dehnung! Aber wenn jemand, der eigentlich einen Spagat kann, nun Monate lang nicht trainiert, dann wird er wieder „ungelenkig“ und kann keinen Spagat mehr ausführen. Genauso ist es auch mit der Scheide: Du bekommst ja nicht wöchentlich ein Baby! Und so wird der Bereich auch nicht mehr weiter gedehnt und bildet sich von ganz alleine wieder zurück.

Ist der Sex nach der Geburt noch genauso schön?

Der erste Sex nach der Geburt kann sich ungewohnt anfühlen. Lasst es langsam angehen und gebt euch Zeit. Auch, weil es manchmal einfach noch etwas länger dauert, ehe der Körper wieder vollständig bereit ist für Geschlechtsverkehr.

Wichtig ist, dass du deinen Beckenboden trainierst! Denn nicht das Gewebe der Scheide selbst ist problematisch, sondern die Beckenbodenmuskulatur! Diese liegt um deinen Scheideneingang herum und kleidet denn Bereich des Beckens von innen aus: Ein straffer Beckenboden sorgt dafür, dass Stuhl und Urin an Ort und Stelle bleiben. Außerdem umschließt er den Penis beim Sex fester und bringt dabei beiden Partnern mehr Spaß beim Schäferstündchen.

Meine Scheide jetzt enger, ist das normal?

Tatsächlich erleben nicht wenige Frauen, dass sich die Scheide bei den ersten Annäherungsversuchen nach der Entbindung nicht nur etwas ungewohnt anfühlt, sondern sogar enger zu sein scheint! Einige Paare stellen dann verwundert fest, dass Sex kaum möglich ist, weil Schmerzen auftreten. Das ist aber erst einmal gar kein Grund zur Sorge. Es ist in der Regel NICHT der Fall, dass eine Geburtsverletzung zu eng zugenäht worden ist! (Das war mein erster Gedanke, aber so etwas kommt wirklich seltenst vor). Die Gründe liegen meistens ganz woanders:

Mit dem Stillen geht nämlich eine Reihe hormoneller Veränderungen in deinem Körper einher. Deren Status bleibt noch eine ganze Weile aufrecht erhalten (Bis du deutlich weniger stillst bzw. zwischen den einzelnen Stillmahlzeiten mindestens 4 – 6 Stunden Pause liegen). Diese Mechanismen führen auch dazu, dass das Stillen eine gewisse empfängnisverhütende Wirkung mit sich bringt (auf die man sich aber nicht verlassen sollte!). In meinem Fall dauerte es ein Jahr, bis meine Periode wieder einsetzte. Und mit dem Eintreten genau dieser Periode waren alle vorherigen empfundenen Probleme beim Geschlechtsverkehr verschwunden.

Das für die Milchbildung zuständige Hormon Prolaktin hemmt das sexuelle Verlangen – dies kann sich körperlich bemerkbar machen, indem beim Sex Schmerzen auftreten, weil der Körper eigentlich gar nicht wieder richtig bereit ist. Dies habe ich in Gesprächen mit Freundinnen schon recht häufig gehört:

Stillen und Sex scheinen nicht bei allen Frauen gut vereinbar zu sein. Wenn das auch bei dir der Fall sein sollte, dann mach dir bitte keinen Stress und sprich mit deinem Partner über die körperlichen Gründe hierfür. Es ist wichtig, dass er versteht, was es hiermit auf sich hat. Mit viel Geduld, einem längeren Vorspiel und einer guten Portion gegenseitigem Verständnis klappt es dann nämlich doch!

Scheide nach Geburt genäht – Werde ich später Probleme haben?

Scheidenrisse und Labienrisse, die bei der Entbindung entstehen, können durchaus beim Vernarben noch eine Weile zwicken. Vor allem am Scheideneingang. Das habe ich am eigenen Leib gespürt und mich gefragt, ob es denn je wieder normal sein wird. Hohe Scheidenrisse dagegen führen in der Regel zu keinerlei Problemen, da das Gewebe dort sehr unempfindlich ist.

In den meisten Fällen wird aber alles wieder ganz normal!
Nur ganz selten gibt es so heftige Geburtsverletzungen, dass wirklich dauerhafte Schäden zurückbleiben. Diese kann man übrigens versuchen, zu vermeiden, indem man eine gute Dammvorbereitung macht und einen Geburtstrainer zur Hilfe nimmt! Von letzteren bin ich mittlerweile absolut überzeugt und empfehle sie auch im Freundes- und Bekanntenkreis gerne weiter.

Manchmal sind es Dammrisse höheren Grades, die wirklich längerfristige Konsequenzen nach sich ziehen. Die meisten Dammrisse sind aber nur 1. oder 2. Grades. Erst ein Dammriss 3. Grades betrifft zum Beispiel den Schließmuskel direkt. Viele Frauen haben genau hiervor Angst. Doch solche Geburtsverletzungen treten nur bei etwa 1% der Gebärenden auf und könnten sich vermutlich durch eine entsprechende Vorbereitung des Dammgewebes teilweise vermeiden oder zumindest vermindern lassen.

Fazit

Die Scheide ist nach der Geburt in aller Regel weder ausgeleiert, noch entstellt! Kleine Verletzungen kommen vor, manchmal auch größere. Diese sind aber an „Sollbruchstellen“, sodass du in aller Regel gar keine Probleme damit bekommen wirst, da alles wieder gut verheilt.

Manchmal führt der veränderte Hormonstatus durch das Stillen zu Problemen beim Geschlechtsverkehr, aber auch hier könnt ihr euch mit gegenseitigem Verständnis, Geduld und einer Flasche Gleitgel oft schon ganz gut helfen!

Ausschlaggebend für die muskuläre Festigkeit hinter der Scheidenwand ist der Beckenboden, weswegen ein gewissenhaftes Rückbildungstraining empfehlenswert ist!

Ich hoffe, ich konnte dir mit meinem Artikel die eine oder andere Sorge nehmen.

Ganz liebe Grüße,

deine Sarah


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