Geburtsvorbereitungskurs notwendig? 5 gute Argumente für deine Entscheidung

Geburtsvorbereitungskurs ja oder nein

Foto: BRUNA BRUNA on Pixabay

Sarah
Sarah
Hallo liebe Leserinnen und Leser, hier auf dem Foto seht ihr mich mit meiner kleinen Tochter. Als junge Mutter weiß ich um die Vorfreude, aber auch die vielen Fragen während der Schwangerschft. Auf meinem Blog geht es daher um alles, was mit diesem Thema zu tun hat 🙂 Nun wünsche ich euch aber erstmal viel Spaß beim Lesen und Stöbern!

Geburtsvorbereitungskurs ja oder nein? Was spricht denn eigentlich dafür? Und was dagegen?

Von allen Seiten hört man, dass vor der Geburt ein Geburtsvorbereitungskurs sinnvoll ist. Möchte man ein Kind bekommen, so steht also automatisch auch der obligatorische Weg zum Vorbereitungskurs an. So scheint die landläufige Meinung auszusehen.

Aber ist das wirklich so wichtig?

Ich selbst habe bei meiner ersten Schwangerschaft zeitweise mit dem Gedanken gespielt, das Ganze ausfallen zu lassen und keinen Kurs zu besuchen. Ich habe immer gut zu tun und musste aufgrund der ländlichen Lage sowieso für jeden Termin weit fahren.

Dann noch extra einen Kurs besuchen für die natürlichste Sache der Welt? Warum eigentlich? Geht’s nicht auch ohne?

Geburt ohne Geburtsvorbereitungskurs? Ist ein Geburtsvorbereitungskurs wichtig?

Man könnte durchaus bedenken, dass es auch ferne Länder gibt, in denen eine Geburt ohne Geburtsvorbereitungskurs gängige Praxis ist. Möglicherweise würden die Menschen dort unsere westeuropäische Angewohnheit, alle Eventualitäten stets im Vorhinein durchzugehen und jedes Risiko für Kompikationen zu minimieren, nur mit einem milden Lächeln kommentieren und sich darüber hinaus im Stillen wundern.

Die Frage „Braucht man einen Geburtsvorbereitungskurs?“ stellt sich unter Umständen in vielen Kulturkreisen erst einmal überhaupt nicht! Die Auffassung, dass ein Kurs zum Kinderkriegen beinahe schon automatisch dazu gehört, entspricht daher sicherlich nicht zuletzt auch unserer Kultur.

Auch ich habe es gerne, genau zu wissen, was da auf mich zukommt und wann ich mich wie verhalten muss. Es kommt aber auch ganz sicher hinzu, dass bei uns, anders als es eben in anderen Kulturen der Fall ist, insgesamt weniger Kinder geboren werden und die Geburt des ersten eigenen Kindes meist auch den allerersten Kontakt einer Frau mit dem Vorgang einer Geburt an sich darstellt. Insofern weiß die durchschnittliche deutsche Frau wohl deutlich weniger über Geburten, als es an anderen Orten dieser Welt oft der Fall ist.

Bei Naturvölkern zum Beispiel bereiten sich die Frauen gegenseitig vor und eine schwangere Frau hat wahrscheinlich schon einige Geburten miterlebt und weiß aus diesem Grund, wie die Abläufe sind. Zudem sei dahingestellt, ob nicht auch diese Frauen durchaus davon profitieren würden, besser vorbereitet zu sein. Die Frage stellt sich schlichtweg nicht, da es die Möglichkeit oft nicht gibt. Wir aber haben den Luxus, einen Kurs besuchen zu können. Zumindest, sofern wir mobil sind und die Zeit aufbringen können. Anderenfalls bietet es sich gegebenenfalls an, alternativ Geburtsvorbereitungskurse Online zu besuchen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Der Kurs an sich soll – wie der Name schon sagt – die schwangere Frau bestmöglich auf die Geburt ihres Kindes vorbereiten.

Es mag aber Menschen geben, die den Besuch eines Kurses eher kritisch sehen und darauf verweisen, dass der Frau eine innere Kraft innewohne, die sie automatisch das Richtige tun lasse. Dass ein Geburtsvorbereitungskurs notwendig ist, sehen diese Menschen vielleicht nicht so.

Andere befürworten das Besuchen eines Kurses, weil es der Frau schlichtweg Sicherheit geben und die Ungewissheit nehmen kann. Denn insbesondere, wer sein erstes Kind erwartet, schaut vielleicht mit Sorge in die Zukunft und weiß oft nicht, was da nun eigengtlich auf ihn (sie) zukommt.

Aus meiner persönlichen Sicht ist ein Geburtsvorbereitungskurs sinnvoll! Und das aus verschiedenen Gründen, die ich euch im Folgenden darstellen werde:

1. Zeichen deuten! Insbesondere, wenn du dein erstes Kind erwartest, ist es gut, wenn du die Anzeichen, dass die Geburt bald los geht, richtig deuten kannst. Aber auch beim zweiten oder dritten Kind kann eine Auffrischung nicht schaden! Denn es kursieren auch immer viele Gerüchte und du solltest einfach wissen, was zu tun ist. Zum Beispiel, wenn sich die Fruchtblase öffnet oder wenn du ersten Wehen spürst. Vielleicht findest du auch plötzlich den berühmten Schleimpropf oder hast eine leichte Blutung und weißt erst einmal gar nicht, was zu tun ist. Unter Umständen geht dann das „Googeln“ los und du bist nervös und schon mit einem Bein auf dem Weg ins Krankenhaus, obwohl das gar nicht notwendig wäre. Und das Internet ist voll von Informationen, die nicht immer richtig sein müssen. Besser ist es also, in einem Geburtsvorbereitungskurs zu lernen, wie du die verschiedenen Zeichen deuten und wann du handeln musst.

2. Allgemeine Fragen beantworten: Wie läuft die Geburt ab? Woran merke ich, dass es losgeht? Wie funktioniert eigentlich Stillen und was muss ich dabei beachten? Welche Atemtechniken gibt es? Welche Geburtspositionen sind empfehlenswert? Wie kann ich mich zuhause bestmöglich auf die Geburt vorbereiten und gegebenenfalls einem Dammriss vorbeugen? Welche Rolle spielt mein Partner und wen darf ich mitbringen? Wo soll die Geburt stattfinden und was wünsche ICH mir eigentlich? Diese und viele weitere Fragen lassen sich am besten mithilfe eines Geburtsvorbereitungskurses beantworten. Vom tiefgehenden Erfahrungsschatz von Hebammen und Gynäkologinnen profitiert man hier ganz klar am meisten und es ist extrem hilfreich, schon im Vorhinein eine Idee von allem zu haben. Denn wenn es erstmal so weit ist, steht deine Welt ohnehin eine zeitlang Kopf und es bleibt keine Zeit mehr, nach Infos zu suchen 🙂

3. Selbstbewusstsein aufbauen: Nur, wenn du weißt, was du willst und was dich in etwa erwartet, kannst du auch mit einem kräftigen Selbstbewusstsein in den Geburtsverlauf starten! Und alles, was dafür notwendig ist, kann dir beim Kursbesuch vermittelt werden! Je besser du dich auf die Geburt einlassen kannst, desto selbstbewusster wirst du auch mit dir und deinem Körper umgehen können! Das gibt dir den extra Boost an Kraft für deine Geburt! Und die Kraft wirst du brauchen, denn dein Körper wird eine Höchstleistung vollbringen. Aber keine Angst, es gibt schließlich Frauen, die haben zwei, drei, vier und mehr Kinder. Wenn es so schlimm wäre, wären wir längst ausgestorben und niemand würde mehr als ein Kind bekommen 🙂 Nichts desto trotz wird es wahrscheinlich anstrengend und es ist einfach vorteilhaft wenn du direkt erhobenen Hauptes und mit einem guten Gefühl in die Geburt startest!

4. Den Ablauf kennen und Ruhe bewahren: Jede Geburt ist anders, aber wenn du die Abläufe im allgemeinen kennst und einordnen kannst, wird es dir viel leichter gelingen, ruhig und gelassen an die Sache heranzugehen! So wirst du auch in der Lage sein, selbst dann noch entspannt zu bleiben, wenn es vielleicht mal etwas hektisch zugehen sollte. Denn in den Vorbereitungskursen wird genau erklärt, welche Schritte wann eingeleitet werden. Oder auch, dass es zum Beispiel ganz normal ist, dass die Geburt loszugehen scheint, aber die Wehen bei der Ankunft im Krankenhaus plötzlich wieder verebben (die Ortsänderung, die Fahrt und Nervosität haben einen vollkommen physiologischen Einfluss auf deinen Körper! So etwas kann also passieren und bedeutet nicht, dass du etwas falsch gemacht hast). Oder, dass ein kritischer Blick deiner Hebamme nichts Schlimmes zu bedeuten hat. Vielleicht schaut sie nur sehr genau und konzentriert. Dass es völlig wokay ist, die Kontrolle abzugeben und vieles mehr. Das sind Dinge, die ich im Kurs gelernt habe und für die ich sehr dankbar war.

5. Ängste abbauen: Viele Frauen sehen der Geburt mit Angst entgegen! Und das nicht ohne Grund! Horrorgeschichten von Dammrissen, Schmerzen und „Not“-Kaiserschnitten kursieren. Dass du einen Dammriss unter der Geburt gar nicht unbedingt bemerkst und er auch ganz schnell wieder verheilt und dass viele „Not“-Kaiserschnitte keine Notfälle im eigentlichen Sinne sind, das wäre wahrscheinlich langweilig zu erwähnen. Drama verkauft sich gut! Also sind unsere Köpfe voll von negativen Geburtsberichten. Und an dieser Stelle benötigt man einen Geburtsvorbereitungskurs. Denn ein guter Kurs nimmt der Geburt das „gruselige Ungewisse“. Schließlich haben wir es alle irgendwie auf die Welt geschafft und es werden jeden Tag Kinder geboren, oder? Der Kurs hilft, das zu verinnerlichen und Ängste abzubauen.

Also braucht man einen Geburtsvorbereitungskurs? Was spricht denn dagegen?

Gegen einen Geburtsvorbereitungskurs spricht aus meiner Sicht erst einmal nicht besonders viel. Wenn du mich fragst, ist in unserer Gesellschaft ein Geburtsvorbereitungskurs notwendig, da die meisten Frauen in ihrem Leben eher wenige Berührungspunkte mit Geburten hatten und eine gute Vorbereitung ein schönes Geburtserlebnis fördert und Sicherheit gibt. Die Krankenkasse übernimmt in der Regel die Kosten (beim Geburtsvorbereitungskurs Online solltest du einmal nachfragen) und du lernst vieles, das dir bei der Geburt helfen kann.

In letzter Konsequenz ist es natürlich eine individuelle Entscheidung! Dagegen können Gründe wie Zeitmangel oder eine lange Anfahrt sprechen. Gibt es keinen Geburtsvorbereitungskurs in der Nähe oder wurde dir Bettruhe verordnet, ist es einfach schwierig, einen Kurs zu besuchen. Manchmal sind die Kurse aber auch einfach alle belegt. In solchen Fällen lohnt sich der Blick auf Geburtsvorbereitungskurse Online. Für mich ist Letzteres die Rettung in der Not, da ich momentan für längere Zeit im wunderschönen Griechenland bin und daher gar nicht zu den Veranstaltungen in Deutschland fahren kann. Die gezielte Vorbereitung auf meine Geburt ist mir aber dennoch sehr wichtig und so findet sich eben immer ein Weg!


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