Kolostrum, Prolaktinkurve und Milcheinschuss – Die ersten 3 Stilltage!

Prolaktinkurve Kolostrum Stillbild

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Prolaktinkurve Kolostrum Stillbild


Gastbeitrag von Nina Wagner

Durch die Schwangerschaft und die Geburt deines Babys wird deine Welt quasi komplett auf den Kopf gestellt. Wenn du wie die meisten Mamas planst, dein kleines Wunder nach der Geburt zu stillen, gibt es einige Dinge, die du unbedingt wissen solltest. Besonders prägend für eine wundervolle Stillzeit sind hier die ersten drei Tage nach der Geburt. Und hier spielen Begriffe wie Kolostrum, Prolaktinkurve und Milcheinschuss eine große Rolle!


Wie bereite ich mich auf das Stillen vor und wie gelingt ein guter Start?

Zunächst einmal ist es wichtig, dass du dich bereits vor der Geburt deines Kindes mit dem Stillen beschäftigst. So weißt du, welche Stillhilfsmittel du eventuell schon im Vorfeld besorgen solltest und bist von Geburt an gut vorbereitet. Vielleicht fragst du dich, ob es für das Stillen einen Unterschied macht, ob dein Baby über eine vaginale Geburt oder per Kaiserschnitt zur Welt kommt. Die gute Nachricht an dieser Stelle: auf welchem Weg auch immer dein Baby das Licht der Welt erblickt, spielt für das Stillen keine Rolle. Hier unterscheidet sich lediglich der Zeitpunkt des ersten Anlegens: Das sollte in beiden Fällen relativ früh nach der Geburt passieren. Bei einer vaginalen Geburt findet das erste Anlegen bereits wenige Minuten nach der Geburt statt, beim Kaiserschnitt etwas später. Aber keine Angst – In aller Regel steht euch dabei die Hebamme im Kreißsaal mit Rat und Tat zur Seite. 


„Immunbooster“ für das Baby – Warum besonders die erste Milch so wichtig ist

Die erste Milch, die sich in deiner Brust bildet, nennt sich Kolostrum oder auch Vormilch. Sie wird schon ab der zwölften Schwangerschaftswoche bei jeder Frau gebildet, unabhängig davon, ob sie später stillen möchte oder nicht. Das kann sehr wichtig werden, falls es zu einer Frühgeburt kommt, denn somit kann dein Baby dann trotzdem schon gut versorgt werden. Das Kolostrum hat eine gelbliche Färbung und wird auch „das Gold der Babys“ genannt. Und das völlig zurecht, denn es ist ein wahrer Schatz für dein Neugeborenes: Im Kolostrum verstecken sich zahlreiche Antikörper gegen all jene Krankheiten, die eine werdende Mama schon bekämpft hat. Es wirkt also wie mehrere natürliche Impfungen, die deinem Kind gleich nach der Geburt mit auf den Weg gegeben werden. Deshalb empfiehlt sich die Entnahme und Weitergabe der Vormilch an das Baby auch bei Mamas, die später gar nicht stillen wollen oder können.

Das Kolostrum ist nach der Geburt etwa drei Tage in geringen Mengen verfügbar. Doch auch hier keine Panik! Die etwa drei Milliliter pro Brust und Stilleinheit reichen für den murmelgroßen Magen des Kindes völlig aus, denn der Magen dehnt sich erst nach und nach weiter aus. Nach etwa drei Tagen erfolgt dann der Milcheinschuss und ab da wird das Kind dann ohnehin mit der reifen Muttermilch gestillt, welche aus vielen wertvollen Nährstoffen zusammengesetzt und in ausreichender Menge für dein Baby verfügbar ist. 


Oxytocin und Prolaktinkurve – Warum du die Hormone kennen solltest

Im Laufe der Schwangerschaft und durch die Geburt kommt es in deinem Körper zu einigen Hormonumstellungen. Während der Schwangerschaft spielt besonders das Hormon Progesteron eine große Rolle. Hast du jedoch entbunden, realisiert dein Körper durch die Trennung der Nabelschnur, dass er nun nicht mehr schwanger ist. Dann kommt es zu einer Hormonumstellung für die Milchproduktion. Hier spielen besonders die Hormone Oxytocin und Prolaktin eine große Rolle. Als Glücks- und Wohlfühlhormon wird Oxytocin zum Beispiel durch nette Gesten oder liebevolle Berührungen gebildet und es stimuliert die Brustdrüsen zur Abgabe von Milch. 

Am wichtigsten ist für dich allerdings das Prolaktin. Es ist sehr wichtig für die Milchproduktion und seine Bildung wird zum Beispiel durch Saugen an der Brust beim Stillen gefördert. „Nach dem ersten Stillen fällt der Prolaktinspiegel immer wieder langsam ab. Passiert dann nichts mehr, wäre das Prolaktin etwa nach vier bis sechs Stunden auf dem Nullpunkt. Deshalb hast du hier in den ersten Tagen eine hohe Verantwortung und solltest immer daran denken, das Kind nach spätestens 3 Stunden wieder zu stillen,“ erklärt die erfahrene Hebamme Michaela Buss im viMUM Stillkurs

Sehr hilfreich für die Milchproduktion kann eine Brustmassage sein, denn sie stimuliert die Brustwarze und der Milchfluss wird angeregt. Da dein Baby die Milch nicht unbedingt so häufig braucht, kannst du eventuell auch eine Milchpumpe als Alternative benutzen. Lasse dich hier von deiner Hebamme über die Anwendung einer Milchpumpe und weiterer Stillhilfsmittel aufklären. 

Etwa drei Tage nach der Geburt erfolgt der so genannte Milcheinschuss. Ab diesem Zeitpunkt brauchst du dir über den Prolaktinspiegel keine Gedanken mehr machen und du kannst dein Baby stillen, wann immer es Hunger hat. Am bestem gehst du dann auch nicht mehr streng nach der Uhr, sondern lässt das Baby ein eigenes Hunger- und Sättigungsgefühl entwickeln. 


In Kürze zusammengefasst: Was ist am wichtigsten in den ersten drei Tagen nach der Geburt?

Besonders wertvoll für jedes Baby ist die Vormilch, das sogenannte Kolostrum, das etwa in den ersten drei Tagen nach der Geburt zur Verfügung steht. In dieser Zeit solltest du das Baby etwa alle drei Stunden an deiner Brust saugen lassen, damit der Spiegel des Hormons Prolaktin hoch bleibt. Du musst also in dieser Zeit die Uhr im Kopf haben, und solltest auch wissen, dass hier nicht das Baby das Stillen so oft braucht, sondern dein eigener Körper. Dass ist sehr wichtig für die spätere Milchproduktion. Wenn du in diesen Tagen aufpasst, dann steht dem gelungenen Stillstart nichts mehr im Weg. 


Wie du dich insgesamt am besten auf das Stillen vorbereitest

In diesem Beitrag wurden schon ein paar wichtige Aspekte angesprochen, aber wenn du vorhast dein Kind zu stillen, dann ist es auf jeden Fall ratsam, davor einen Stillkurs zu besuchen. Im Kurs wird dir alles, was du wissen musst, noch einmal ausführlich erklärt, damit du dich sorgenfrei auf eine wundervolle Stillzeit vorbereiten kannst. Einen solchen Stillkurs bietet dir zum Beispiel viMUM an. Dort bereitet dich die erfahrene Hebamme Michaela Buss in Videoform auf das Stillen vor. Ergänzend dazu kannst du auch Live-Sprechstunden in Anspruch nehmen, es gibt Tipps zum Download und wenn du magst, kannst du dir auch den exklusiven Podcast zum Thema „Stillen“ anhören, der dir bei der Kursbuchung zur Verfügung gestellt wird.


Ich bedanke mich ganz herzlich bei unserer Gastautorin Nina, die euch hier einen tollen Einblick in die ersten Tage des Stillens und die entsprechenden Vorbereitungsmaßnahmen gegeben hat! Solltest du noch auf der Suche nach einem Geburtsvorbereitungskurs sein, findest du viMUM übrigens auch noch in unserem exklusiven Kursvergleich! In einer weiteren Übersicht sind außerdem noch die besten Rückbildungskurse zu finden!

Alles Liebe,

eure Sarah

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