Geburtsvorbereitungskurs – Was macht man da? Und wofür?

Was macht man im Geburtsvorbereitungskurs


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Was macht man im Geburtsvorbereitungskurs
Sarah
Sarah
Hallo liebe Leserinnen und Leser, hier auf dem Foto seht ihr mich mit meiner kleinen Tochter. Als junge Mutter weiß ich um die Vorfreude, aber auch die vielen Fragen während der Schwangerschaft. Auf meinem Blog geht es daher um alles, was mit diesem Thema zu tun hat 🙂 Nun wünsche ich euch aber erstmal viel Spaß beim Lesen und Stöbern!

Welchen Sinn hat ein Geburtsvorbereitungskurs überhaupt? Und was macht man da alles? Viele Frauen fragen sich das – und manche entscheiden sich tatsächlich gegen eine Geburtsvorbereitung. Für die weitaus meisten zukünftigen Mamas geht jedoch insbesondere der Gedanke an die Geburt mit Verunsicherung und Ängsten einher. Nicht zuletzt sicherlich deshalb, weil die wenigsten von uns jemals einer Geburt beigewohnt haben. Daher wissen die meisten Frauen darüber vergleichsweise wenig – und das macht unruhig! Der Geburtsvorbereitungskurs schafft Sicherheit und Selbstvertrauen und kann so einen großen Beitrag dazu leisten, dass wir eine leichtere und schönere Geburt erleben, weil wir uns gut vorbereitet fühlen.

Und dann ist da auch noch die große Auswahl unterschiedlicher Kurse – das macht die Sache nicht unbedingt einfacher.

In diesem Artikel lernst du alles, was du über die Inhalte, die verschiedenen Angebotstypen, Kostenerstattung etc. wissen musst. Damit du die richtige Wahl treffen und den perfekten Kurs für dich finden kannst!

Ab wann sollte man starten?

Diese Frage ist super wichtig! Plane die Veranstaltung nicht zu spät, denn dein Baby kann sich auch schon früher als errechnet auf den Weg machen.

Ab wann der Geburtsvorbereitungskurs dabei frühestens stattfinden sollte, wird meistens mit der 28./29. Schwangerschaftswoche angegeben.

Einige Angebote sind dagegen so ausgelegt, dass man sie möglichst früh beginnen sollte: Dies ist zum Beispiel beim Hypnobirthing der Fall, da du hier von einer frühzeitigen Vorbereitung besonders profitierst!

Geburtsvorbereitungskurs – Wann spätestens?

Allerspätestens zwei, besser vier Wochen vor ET sollte bei mehrwöchigen Kursen der letzte Termin liegen. Wer einen Blocktermin belegen möchte, sollte dies am besten mindestens sechs, allerwenigstens vier Wochen vor dem Entbindungstermin einplanen. Denn eine Garantie, dass das Baby wirklich erst dann kommt, gibt es nicht. Wohl ist es zumeist so, dass Erstgebärende ihr Baby bis zu zwei Wochen nach dem Termin bekommen und Zweit- oder Drittgebärende tendenziell schon in den zwei Wochen zuvor, jedoch sind diese Richtwerte alles andere als verlässlich. Vorsicht ist die Mutter in der Porzellankiste, also besser ein bisschen früher, als zu spät!

Wenn ihr euch für eine Veranstaltung entscheidet, die Online stattfindet, sieht das zwar vom Grundsatz her genauso aus, jedoch lohnt es sich hier auch, schon früh loszulegen! Denn: Kurse wie dieser, aber auch Deine Geburt, MamiFirst oder Nadine Beermann sind so ausgelegt, dass Du sie wunderbar über mehrere Monate hinweg nutzen kannst!

Das bedeutet, dass du am allermeisten davon hast, wenn du deine Geburtsvorbereitung so früh wie möglich buchst und dann über den Verlauf der Schwangerschaft hinweg ganz in Ruhe die Inhalte bearbeitest. Letzteres macht natürlich besonders viel Spaß, wenn man gerne multimedial arbeitet, also auch mal das Workbook zur Hand nehmen oder sich Videos ansehen mag! Denn das kann man ganz in Ruhe machen und muss sich, nicht zuletzt wegen der virtuellen Assistentin, keinen zeitlichen Stress machen. Denn die Inhalte kommen, wenn du sie benötigst und nicht dann, wann ein Geburtsvorbereitungskurs spätestens stattfinden soll.

Was macht man im Geburtsvorbereitungskurs

Auch, wenn es ganz unterschiedliche Geburtsvorbereitungskurse gibt, werden bestimmte Kernthemen und Fragen in den meisten Kursen klassischerweise mit abgedeckt:

  • Woran erkennt man den Geburtsbeginn?
  • Welche Geburtsorte gibt es und welcher passt zu mir?
  • Wie kann ich die Geburt mit natürlichen Mittel fördern?
  • Was ist, wenn der ET überschritten wird?
  • Welche Arten von Wehen gibt es und wie erkenne ich Geburtswehen?
  • Wie kann ich mich optimal auf eine Geburt vorbereiten?
  • Welche Arten der Entbindung gibt es und welche Hilfsmittel kommen während der Geburt zum Einsatz? (Kaiserschnitt, spontane Entbindung)
  • Die Atmung unter der Geburt
  • Die Phasen der Geburt
  • Umgang mit Schmerzen und Einsatz von Schmerzmitteln
  • Wann wird ein Kaiserschnitt nötig?
  • Wann und wie findet eine Einleitung statt?
  • Welche Geburtspositionen eignen sich?
  • Wie kann der Partner bei der Geburt unterstützen?
  • Komplikationen und Probleme, die auftreten können
  • Ernährung und Sport in der Schwangerschaft
  • Vorbereitung auf das Wochenbett: Wochenfluss, Stillbeginn, Umgang mit dem Baby und sanfte Rückbildung
  • Die wichtigsten Grundlagen für die Zeit nach der Geburt

Außerdem werden persönliche Fragen, Sorgen und Nöte besprochen, sodass auch deine persönlichen Themen nicht zu kurz kommen sollten. In einem Geburtsvorbereitungskurs braucht dir auch keine Frage unangenehm zu sein. Wenn du aber Bedenken hast, etwas vor der Gruppe zu äußern, so kannst du nach dem Kurs auch die Hebamme kurz ansprechen und persönlichere Anliegen unter vier Augen klären – das stellt in aller Regel überhaupt kein Problem dar!

Bis wann sollte man den Geburtsvorbereitungskurs besucht haben?

Klassische Kurse vor Ort mit wöchentlichen Treffen und Wochenend-Kurse sollten spätestens in der 36. SSW beendet sein, damit du auch dann, wenn sich dein Baby früher auf den Weg macht, gut vorbereitet bist. Außerdem wird Sitzen und Zuhören dann mit der Zeit auch weniger angenehm. Beginnen solltest du den Kurs spätestens in der 28. SSW bei einem Kurs mit wöchentlichen Treffen. Es gibt aber auch Kurskonzepte, die darauf ausgelegt sind, Frauen weitaus früher zu begleiten! Viele der Onlinekurse zum Beispiel können bereits ab der 12. Woche gebucht werden und beinhalten sinnvolle und wichtige Informationen für alle Phasen der Schwangerschaft und Geburt.

Wird der Geburtsvorbereitungskurs von der Krankenkasse bezahlt?

Ja! Klassische Kurse bei einer Hebamme oder einem zertifizierten Krankengymnasten werden grundsätzlich erstattet. Dabei darf der Umfang nicht mehr als 14 Stunden betragen. Außerdem werden alternative Geburtsvorbereitungs-Methoden oft nicht erstattet (Hypnobirthing, Sportkurse, Coachings…).

Die Kosten liegen grundsätzlich bei 80 – 120 Euro. Teilweise werden auch die Kosten für den Partner mit übernommen (Das hängt von der jeweiligen Krankenkasse ab). Die HKK zum Beispiel übernimmt zum Teil auch den Aufpreis für einen Geburtsvorbereitungskurs mit Partner. Nachfragen lohnt sich! Auch bei der Barmer habe ich gelesen, dass die Kosten für den Partner mit übernommen werden.

Auch private Krankenversicherungen erstatten die Kurse in aller Regel. Je nach Leistungsumfang kannst du Glück haben, dass hier sogar alternative Methoden und zusätzliche Behandlungen mit enthalten sind.

Welche Geburtsvorbereitungskurse gibt es?

Klassischer Geburtsvorbereitungskurs

Normale Geburtsvorbereitungskurse vor Ort finden in der Regel einmal wöchentlich statt und umfassen insgesamt 14 Stunden. Diese werden dann meistens aufgeteilt auf sieben Doppelstunden. Wenn ihr euer erstes Baby erwartet, ist dies wahrscheinlich noch ganz gut zu lösen. Etwas schwieriger wird es für Eltern, die bereits Nachwuchs haben und die nun nach einer Betreuung suchen müssen, um den Kurs zu besuchen. Wenn der Partner bereits vorhandene Kinder betreut, ist das natürlich kein Problem. Wenn ihr den Kurs aber gemeinsam als Paar besuchen möchtet, empfiehlt es sich, frühzeitig die angebotenen Termine zu vergleichen und abzugleichen, welche Zeitfenster ihr gemeinsam nutzen könntet.

Der klassische Geburtsvorbereitungskurs ist thematisch eher allgemein gehalten und umfasst ein breites Rundum-Paket zu den oben bereits aufgelisteten Themen. Oft sind in diesen Kursen viele Erstgebärende, sodass das Klären grundlegender Fragen rund um die Geburt meist einen größeren Anteil einnimmt, als etwa in einem Kurs für Mehrgebärende. Dies lohnt sich für all jene, die entweder ebenfalls ihr erstes Baby bekommen, oder deren vorherige Geburt schon etwas länger zurückliegt!

Wochenend-Kurs zur Geburtsvorbereitung

Ein Crashkurs zur Vorbereitung auf deine Geburt ist inhaltlich und thematisch genauso gehalten, wie der klassische Kurs. Der einzige Unterschied ist, dass du dir nicht einmal wöchentlich ein bestimmtes Zeitfenster aussuchen musst, sondern an einem Wochenende teilnimmst. An zwei Tagen werden alle Inhalte besprochen.

Nachteil: Langes Sitzen kann unbequem werden und die Inhalte können sich einige Frauen schlechter merken, wenn sie so geballt kommen. So ging es zumindest mir! Auch diese Kurse gibt es sowohl mit, als auch ohne Partner.

Online Geburtsvorbereitungskurse

Mittlerweile gibt es eine große Bandbreite an Online-Angeboten, die du bequem von Zuhause aus erledigen kannst. Hierbei solltest du gegebenenfalls auf die Erstattungsfähigkeit der Kurse achten und dich mit deiner Krankenkasse in Verbindung setzen. Aber auch alternative Angebote, etwa Hypnobirthing oder Schwangerschafts-Coachings kannst du dir anschauen. Hier wirst du zwar die Kosten selbst tragen müssen, jedoch sind die Kurse Online meist weitaus günstiger, als vor Ort.

Kurse mit Partner

Die meisten Kurse werden sowohl mit, als auch ohne Partner angeboten. Ein Geburtsvorbereitungskurs mit Partner lohnt sich insbesondere dann, wenn dieser auch bei der Geburt mit dabei sein wird. Aber auch der Austausch mit anderen Männern kann sehr hilfreich sein! Denn einigen fällt es schwer, die besondere Rolle der schwangeren Frau und ihre Ängste zu verstehen. Ein Zusammenkommen mit anderen Paaren kann dich entlasten, da im Austausch manches verständlicher wird.

Geburtsvorbereitung für Mehrgebärende

Was sich anhört, wie ein besonderes Kursformat für werdende Zwillingseltern, meint eigentlich etwas ganz anderes: Mehrgebärende sind diejenigen Frauen, die nicht ihr erstes, sondern ihr zweites, drittes… Kind bekommen. Da sie meistens schon ein bisschen Vorwissen mitbringen und die Abläufe kennen, brauchen Mehrgebärende nicht immer einen vollständigen Geburtsvorbereitungskurs. Manchen Schwangeren reicht eine Auffrischung oder ein Extra-Kurs mit anderen Mehrgebärenden, in dem sie sich austauschen und über die Zukunft mit mehreren Kindern sprechen können.

Hypnobirthing Kurs

Diese Kurse sind etwas Besonderes und zielen darauf ab, durch den Einbezug von Selbsthypnose und das Vertrauen in deine ureigene Kraft als gebärende Frau den Weg zu einer friedlichen Geburt zu ebnen. Einige Frauen berichten von nahezu schmerzfreien Geburten durch die erlernten Techniken, andere sagen, sie konnten trotz Schmerzen auf die Methoden zurückgreifen und so mit der gesamten Situation um ein Vielfaches besser umgehen.

Für meine bevorstehende Geburt im Dezember teste ich derzeit einen Hypnobirthing-Kurs. Den Bericht werdet ihr später an anderer Stelle wiederfinden 🙂

Geburtsvorbereitungskurse für Geschwister

Hast du dich schon einmal gefragt, wie man dem großen Geschwisterkind am besten erklärt, dass nun bald ein Baby kommt? Mit Sicherheit. Nicht umsonst gibt es hier unzählige Buchempfehlungen… Ein weitere, tolle Möglichkeit sind Geburtsvorbereitungskurse für Geschwisterkinder!

Hier können Kinder mit ihren Eltern etwas über die Geburt lernen (natürlich sind die Informationen dabei kindgerecht, es handelt sich nicht um einen klassischen Geburtsvorbereitungskurs!) und darüber sprechen, wie sie sich die Zeit mit dem Geschwisterchen vorstellen und welche Veränderungen nun ins Haus stehen!

Unterstützende Vorbereitung durch:

Bücher über die Geburt:

Es gibt wunderbare Bücher, aber nicht alle machen besonders viel Mt. Mein erstes Schwangerschaftsbuch habe ich nach einem halben Tag frustriert in die Ecke geworfen… Denn es hat mir mehr Angst gemacht, als alles andere. Es ging viel zu viel um Fruchtwasserpunktionen, Risiken und Komplikationen (Man darf nicht vergessen, dass die weitaus meisten Babys gesund zur Welt kommen!).

Viel angenehmer und besser, insbesondere zur Vorbereitung auf die Geburt, fand ich die folgenden Bücher:

Schwangerschaftsyoga zur Geburtsvorbereitung

Yoga in der Schwangerschaft stellt eine hervorragende Möglichkeit dar, den Körper fit zu halten und Rückenproblemen vorzubeugen! Hierbei handelt es sich nicht um eine Geburtsvorbereitung im eigentlichen Sinne, sondern vor allem um eine körperliche Vorbereitung: Dadurch, dass du sehr bewusst zu atmen lernst, hast du automatisch einen äußerst positiven Effekt auf deine Geburt! Denn Atmung spielt auch hier eine große Rolle!

Außerdem werden die Muskeln trainiert und die Ausdauer sanft gefördert, was zum einen dazu führt, dass du selbstbewusster in die Geburt gehst, zum anderen aber auch deine Konstitution für die enorme körperliche Leistung des Geburtsvorgangs deutlich verbessert!

Schwangerschaftsgymnastik

Fitnesskurse für Schwangere haben einen ähnlichen Effekt wie das oben genannte Yoga! Hier hast du aber einen intensiveren Fokus auf die Ausdauer und dein gesamtes Training läuft in der Regel etwas anders ab. Einige Kurse beinhalten aber auch Yoga- und Pilates-Anteile.

Sport in der Schwangerschaft trainiert nebenbei auch das Herz-Kreislauf-System deines Babys mit, sodass dieses ein kleines Workout mitmacht! Das ist auch für deinen Bauchzwerg von Vorteil, weswegen Schwangerschaftsgymnastik absolut empfehlenswert ist!

Es ist aber nicht unbedingt notwendig, jeden Tag intensive Workouts einzuplanen. Ausgedehnte Spaziergänge und zwei- bis dreimal wöchentlich gezieltes Training sind in der Regel ausreichend.

Meditationen für die Schwangerschaft

Gerade in der Schwangerschaft nehmen wir uns nicht selten zu wenig Zeit für uns selbst. Meditationen können dir helfen, emotional stabil zu bleiben und „bei dir“ zu bleiben. Das Meditieren ist auch ein Bestandteil des Hypnobirthing und kommt in Geburtsvorbereitungskursen dieser Art gezielt zum Einsatz!

Hier bekommst du einen Eindruck davon, wie Schwangerschaftsmeditationen aussehen können:

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Affirmationen zur Geburt

Geburtsaffirmationen sind eine weitere Möglichkeit, sich mental auf die Geburt vorzubereiten! Bei Affirmationen handelt es sich um positive Sätze, die dir ein gutes Gefühl geben. Sie schaffen Zuversicht und können als innere Glaubenssätze fungieren, die die Geburt deutlich erleichtern!

Zum Beispiel: „Ich vertraue meinem Körper, denn er weiß, was zu tun ist!“

Ein Klassiker für den Umgang mit den Wehen wäre: „Jede Welle bringt mich näher zu meinem Kind!“

Weitere Maßnahmen:

Geburtsvorbereitende Akupunktur, Himbeerblättertee oder die Verwendung eines Geburtstrainers wie des EPI-NO sind weitere kleine und große Helferlein, die in der Vorbereitung auf die Geburt zum Einsatz kommen! Am besten ist es, gelassen zu bleiben und sich für einen schönen Geburtsort zu entscheiden, bei dessen Wahl du dich wirklich wohlfühlst! Das ist weitaus wichtiger, als tagein, tagaus zu googeln und unendlich viele Maßnahmen zu ergreifen. Ich hatte zum Beispiel keine besonders schöne Geburt, als meine Tochter zur Welt kam. Das lag aber nicht am Personal oder der Vorbereitung, sondern an der Einleitung. Trotzdem habe ich in der Summe überwiegend gute Erinnerungen an die Geburt, da das Setting und das Personal im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke einfach überwiegend unglaublich gut und freundlich war.

Außerdem hilft es sehr, einen gut vorbereiteten Partner (oder eine alternative Begleitperson) dabei zu haben. Dies sorgt für Sicherheit und Wohlbefinden.


P.S.: Meine Seite finanziert sich über Affiliate-Links. Hier findest du mehr Infos dazu und zu meinem Projekt!


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